Diagnostik


Die Diagnostik der Echinokokkosen erfolgt aufgrund der klinischen Symptomatik oder nach Risikoverhalten in der Vergangenheit primär mittels Bildgebung und Serologie. Selten kommen andere Verfahren wie die Mikroskopie, der Antigennachweis oder molekularbiologische Methoden zum Einsatz. Gelegentlich ist die Diagnose einer Echinokokkose ein Zufallsbefund bei bildgebenden Untersuchungen oder einer Operation.


Bildgebung

An bildgebenden Verfahren der Echinokokkosen kommt meist primär die Sonographie beim klinisch tätigen Arzt zum Einsatz, zur genauren Beurteilung verdächtiger Strukturen die CT- und MRT-Untersuchung beim Radiologen. Der Einsatz des PET zur Aktivitätsbestimmung bei der AE wird kontrovers diskutiert, möglicherweise spiegelt sich eine umgebende Inflammationsreaktion auf vitales Parasitengewebe im PET wider.


Serologie

Serologisch erfolgt die Labordiagnose durch den Nachweis parasitenspezifischer Antikörper aus Patientenblut. Die serologische Untersuchung wird im Sinne einer Stufendiagnostik durchgeführt. Als Suchtests werden der ELISA (mit E. multilocularis-Larvenantigen) für die AE und ein HAT (mit E. granulosus-Hydatidenantigen) als Suchtest für die CE verwendet. Bei positivem Ergebnis stehen ein Westernblot sowie rekombinante Antigene zur Verfügung, die in ELISA-Verfahren eingesetzt den Befund bestätigen und serologisch eine Differenzierung zwischen AE und CE erlauben können (siehe auch unser Leistungsangebot).
Ein positives serologisches Ergebnis gestattet nur zusammen mit den klinischen Befunden und den Ergebnissen bildgebender Verfahren die Diagnose einer Echinokokkose. Zu berücksichtigen ist, dass etwa 5 % der Fälle einer AE und je nach Organbefall 20-40 % der Fälle einer CE seronegativ verlaufen können.

Mikoskopie, Antigenblot und PCR

Mikroskopisch kann die Diagnose einer Echinokokkose durch den Nachweis Echinokokken-typischer Bestandteile (laminäre Schicht, Kalziumkörperchen, Protoskolezes (Bild 6) oder artspezifische Häkchen (Bild 7)) beispielsweise aus Sputum, Zystenpunktaten oder nativen Operationsmaterialien erfolgen. Zu bedenken ist, dass bei der Punktion von verdächtigen Zysten die Gefahr der Aussaat und/oder des anaphylaktischen Schocks besteht! Aus Zystenpunktaten kann ein Antigenblot versucht werden, von soliden Materialien eine PCR. Histologisch sind die verschiedenen Echinokokkenarten meist gut zu unterscheiden (Bild 8) (siehe auch unser Leistungsangebot).

 

 

Bild 6 (links). Protoskolex von E. granulosus aus einem Bauchraumpunktat nach Platzen einer Echinokokkuszyste.

Bild 7 (mitte). Häkchen von E. granulosus aus einem Bauchraumpunktat.

Bild 8 (rechts). Histologisches Präparat eines Leberschnittes bei alveolärer Echinokokkose.

Meldepflicht


Die Echinokokkose ist eine meldepflichtige Erkrankung. Die Meldung erfolgt nicht-namentlich an das Robert Koch-Institut parallel durch Laborärzte und klinisch tätige Kollegen. Über das RKI können beispielsweise geographisch nach Landkreisen die Erkrankungen angezeigt werden (http://www3.rki.de/SurvStat/QueryForm.aspx).